Pressemitteilung vom 28. Januar 2009

Sodbrennen: Plötzliches Ende des PPI-Hypes

PPI - Protonen-Pumpen-Inhibitoren - haben mehr als 10 Jahre die Taschen von Firmen und Professoren gefüllt

Berlin (mMv) - Jetzt stellt sich heraus: Trotz teuer bezahlter Experten sind die Wirkstoffe bei Reflux und Sodbrennen kaum wirksamer als Placebo. „Wir stellen seit einigen Jahren einen beunruhigenden und medizinisch nicht zu erklärenden Verordnungszuwachs bei den Protonenpumpeninhibitoren (PPI) fest, die offenbar immer häufiger auch bei banalsten Magen-Darm-Problemen zum Einsatz kommen“, kritisiert Prof. Dr. Ulrich Schwabe, Heidelberg, Mitherausgeber des Arznei-Verordnungsreportes, gegenüber dem medizinischen Fachportal Sodbrennen-Welt.de das Verordnungsverhalten deutscher Ärzte. So haben sich die Verordnungen von Protonenpumpenhemmern in den letzten 10 Jahren um das Sechsfache erhöht. Irgendeine Veränderung bei Häufigkeit oder Schwere der Refluxkrankheit gab es in diesem Zeitraum nicht.

Unerklärlicher PPI-Verordnungszuwachs (Abbildung nach: Schwabe U, Paffrath D (Hrsg.): Arzneiverordnungsreport 2008. Springer, Heidelberg, 2008.)

Jetzt beginnen viele Wissenschaftler und Magen-Darm-Experten umzudenken, berichtet Sodbrennen-Welt.de: So ist die Refluxkrankheit nach moderner Auffassung keine durch Magensäure verursachte Erkrankung. Vielmehr handelt es sich um eine komplexe Funktionsstörung des Organs Speiseröhre und benachbarter Funktionsgewebe. Hierdurch erhöht sich die Kontaktzeit mit aggressivem Mageninhalt. Auch die normalerweise hocheffektive Selbstreinigung der Speiseröhre („Clearance“) leidet darunter. Auffällig ist die Geschwindigkeit mit der viele Gastroenterologen von ihrem bislang gepredigten „PPI-Glauben“ abfallen. Selbst Wissenschaftler des größten PPI-Herstellers AstraZeneca gestehen jetzt ein, so heißt es bei Sodbrennen-Welt.de, dass die PPI-Therapie von Sodbrennen oder saurem Aufstoßen bei jedem zweiten Patienten wirkungslos bleibt.

Dies rückt nun bewährte Wirkstoffe - die sogenannten Antazida auf Basis von Aluminium-Magnesiumhydroxid - wieder in den Fokus der wirksamen Arzneitherapie von Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Diese neutralisieren nicht nur Magensäure und fördern die Schleimhautheilung in der entzündeten Speiseröhre, sondern binden auch aggressive Bestandteile des Magensaftes wie Pepsin oder Gallensäuren. Das bestechendste Merkmal aus Patientensicht: Schneller als andere Wirkstoffe können Antazida die Beschwerden zum Verschwinden bringen - manchmal dauert es nur wenige Sekunden bis Minuten.

Weitere Informationen finden sich in den aktuellen Berichten von Sodbrennen-Welt.de


Sodbrennen-Welt.de ist ein medizinischer Informations-Dienst für Betroffene und Health Professionals, der seit rund 10 Jahren kontinuierlich qualitativ hochwertige Nachrichten, Berichte und Hintergrundinfos zum Themenbereich Refluxkrankheit und Sodbrennen liefert.


Hinweis: Möchten Sie den Pressebericht oder Teile davon in Ihren Medien kostenlos verwenden, benachrichtigen Sie uns bitte von der Publikation oder lassen uns einen Beleg zukommen.

Kontakt zur Redaktion:
mMv - multiMEDvision - Berliner Medizinredaktion
Lützowstraße 47
10785 Berlin
Telefon 030 - 806 136 79


© multiMEDvision, Berlin, 1988-2010 (Impressum). Texte und Abbildungen unterliegen deutschem und internationalem Urheberschutzrecht: Insbesondere der Nachdruck oder die Übernahme in digitale Medien ist nur nach Genehmigung und Honorarvereinbarung möglich.

Diese Seite wurde zuletzt am
06. Januar 2010 aktualisiert.